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Erster Deutscher Fachkongress für Absturzsicherheit

Erster Deutscher Fachkongress für Absturzsicherheit

Veranstaltet vom Bauverlag (Herr Rainer Homeyer-Wenner)
09. und 10. November 2016 im Sheraton Hotel Frankfurt

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus meiner Sicht  (Pia Simon) :

1) Dipl. Ing. Marco Einhaus DGUV

Abstürze aus großen Höhen gehören zu den häufigsten Unfällen an Baustellen,
bei Bau BG und DGUV produzieren diese 62 % der Kosten !

Abstürze nach innen  betragen immerhin 40 %

bisher verbessert sich nur 0,8 % an dieser Tatsache pro Jahr, das muss unbedingt
verändert werden !

Auf diese Themen müssen die Verantwortlichen mehr sensibilisiert werden :

Musterbauordnung (MBO) beachten
(wäre für Architekten und ausschreibende Stellen sehr wichtig…
* es  m ü s s e n   Anschlagpunkte da sein   …  *Verkehrswege sind zu sichern

Arbeitsstätten-Verordnung …  Schutzvorrichtungen gegen Absturz !
Siehe „Infobrief für Dachdecker“   ( mal googlen)

Achtung  … PSA Verordnung hat sich geändert, vielen noch nicht bekannt
Teilweise gelten die Befestigungsnormen von zukünftigem Bauprodukt
Typ A, C, D   DIN EN 16

Thema Arbeitsplattform – Netze !
- neues Höhensicherungsgerät funktioniert schon ab 2,50 m
- siehe auch Baustein – Merkheft Hochbau
- auch ein interaktiver Übersichtsplan ist vorhanden , sehr zu empfehlen !

Holzbau boomt !
Auch dabei ist zu beachten :
Jeder 7. Zimmerer kann Unfall durch Absturz erleiden, weil zuwenig gesichert wird

2.)  Herr Martin Binder, Geschäftsführer ST.Quadrat

Er ist Mitglied im Arbeitskreis Arbeitsschutz / Absturzsicherung.
2015 sind die Planungsgrundlagen für Absturzsicherungen überarbeitet worden.
Siehe DGUV 201-056   Info

3.) Herr Henner Rolvien    von Axthelm Rolvien GmbH & Co.KG

Empfehlung :“ Zusammenarbeit mit Spezialisten ist wichtig, diese müssen im Vorfeld und in der Planungsphase mit eingebunden werden.“

4.) Herr Markus Alp, Fraport

Empfehlung für Facility Management :
Er hat sich ein „Dachkataster“ angelegt, mit z.B. Betriebsanweisungen für die Dächer

- wer muss auf’s Dach ?
Lüftungstechniker, Solarfachleute, Wartung und Reinigung,
Antennen : Elektriker und Techniker
- für diese Dinge sind die Dächer bisher unterschiedlich ausgestattet :
z.B. mit Sekuranten,  teils festen Geländern, teilweise nichts somit andere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich

Interessant für ihn ist deswegen die Facility Management Messe in Frankfurt

5.) Herr Marcel Klein, Ingenieur und Sachverständiger
    ( zusammen mit seinem Sohn GbR)

Er hat sich spezialisiert auf Beratung und Umsetzung bei Sanierung von Flachdächern /   Googlen :  Flachdachplaner !!
Er verweist auf die Landesbauordnungen, wo viele Angaben abzuleiten sind
( in Hessen strenger in Bezug auf Absturzsicherung )

Das Thema Entwässerung ist auch wichtig, Gullys müssen ständig gereinigt und
gewartet werden….  Große Dachflächen brauchen unbedingt eine Notentwässerung

Ein Montage – Installationsplan und eine Montage-Dokumentation ist zu erstellen
Dafür gibt es Vordrucke von der BG !

Er weist auf die jährliche Unterweisungspflicht des Unternehmens hin : Mitarbeiter sind z.B. in Bezug auf PSA , Rettungsübungen, System-Schulungen zu unterweisen !

Fazit :   Absturzsicherung soll zukünftig nicht als notwendiges Übel angesehen werden sondern als sinnvolle und lebensrettende Maßnahme !

6.) Herr Bert Barkhausen, Firma Jet

Er ist überzeugt von „Proaktivem Risiko Management“

Er hält für Wartungsarbeiten das Sichern mit PSA
für unpraktikabel und erstellt jeweils ein Verkehrswege – Konzept,
weist aber ausdrücklich darauf hin : „Ein Konzept ist kein Rezept“  !!

Hinweis auf eigens entwickeltes „Safety Set“ für Arbeiten an Lichtkuppeln,
welches 2010 prämiert wurde.

7.) Herr Norbert Küster Rechtsanwalt

Er referiert zu „Pflichten der Beteiligten zur Absturzsicherung“
Dies ist ein weites Feld, auch hier gibt es viel Verwirrung.
Er weist auf Bauaufsichtliche Zulassung hin, die bei DiBt beantragt werden kann.
Auch Arbeitnehmer sind verpflichtet, sich an das Arbeitsschutz-Gesetz zu halten und sollen keine „Hoch-Reck-Vorführungen praktizieren“

2. Tag / Donnerstag 10.11.16

1.) Herr Andreas Häger , Firma PERI GmbH

Er empfliehlt u.a. „Handlungsanleitung für den sicheren Umgang mit Arbeitsgerüsten und weist auf die Seite Internet Seite www.Ausschreiben.de hin

Tipp :  Es gibt Heizplanen um Schnee zu verflüssigen

Fazit „Die Lösungen sind da, setzen wir sie ein !“

2.) Herr Jens Lützow (MEVA Schalungs-Systeme)

Er ist der Meinung : „Sicherheitsverantwortung muss erhöht werden“
„Arbeitsschutz ist Eigennutz“

„Es ist wirtschaftlicher mit vorhandener Technik zu arbeiten als an der Baustelle zu improvisieren“    /    „unsicher ist immer teuer“

Es wurde durch Vadim Charin eine Bachelor-Arbeit zum Thema :
„Absturzsicherung in Deutschland 2016“ erstellt , es gibt dazu also Forschungsergebnisse.

Auch das Institut für Baubetriebe der TU Darmstadt macht Untersuchungen und Testreihen zu dem Thema :   Forschungsergebnis – Zusammenfassung :
„Wer sicher arbeitet wird schneller fertig“  !

Fazit :
„Sicherheit ist Unternehmerpflicht“   /  „Sicherheit beginnt im Kopf“
Sicherheit mit anzubieten ist auch ein Verkaufsargument für den Planer oder Bauunternehmer , somit ein Qualitätsmerkmal

3.)  Herr Tobias Keck , Geschäftsführer von Bendl GmbH & Co.KG     Bauunternehmung in Günzburg

Er bringt Beispiele von durchgeführten Bauvorhaben, dazu weist er darauf hin
dass im Betrieb eine eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit zur Verfügung steht,
und dass regelmäßig Schulungen stattfinden.

Im Winter kann die Zeit genutzt werden, die Mitarbeiter zum „Facharbeiter für Gerüst“ schulen zu lassen.

4.) Herr Marco Einhaus DGUV

Er weist darauf hin, dass „stillgesetzte Krane als Anschlagpunkt“ genutzt werden können.  Zur Zeit wir daran gearbeitet , die entsprechende Norm zu ändern.

Hersteller haben es in der Hand :  „bestimmungsgemäße Verwendung kann durch Hersteller schriftliche festgehalten und beantragt werden…“

Es gibt Kranfirmen wie „Potain, Palfinger und andere…“  die bereits die Möglichkeit haben , mit PSA zu arbeiten. Sie haben somit einen Marktvorteil.

Siehe auch „bauforumplus.eu“

5.)  Herr Kai Rinklake, Skylotec GmbH

Bringt Praxisbeispiele und weist darauf hin :
Nutzung , ob Kollektivschutz oder PSA… muss individuell entschieden werden denn  Nutzen / Kosten und andere Faktoren sind bei allen Projekten unterschiedlich und somit nicht zu verallgemeinern.

6.) Herr Lars Thullesen, Volker Thullesen GmbH

spricht aus vielen Erfahrungen und empfiehlt :

Schulung der Mitarbeiter !  Er hält im Betrieb regelmäßig einen Sicherheitstag ab wo auch z.B. Gefährdungs- und Belastungsanalysen, Vorsorgeuntersuchungen durch Arzt… erstellt werden…
Es wird mit den Mitarbeitern geschaut „wo habt ihr Dinge, wo etwas verändert werden soll“

7.)  Keynote – Speaker   :  Jochen Schweizer

Findet sehr passende Abschlussworte :

„Risiken eingehen, Angst überwinden, Grenzen überschreiten“

…“Verantwortung für das übernehmen , was man selbst entscheidet und tut…“

Ansonsten notiere ich keine Zusammenfassung sondern empfehle seine Bücher oder andere Informationen z.B. auf
www.Jochen-Schweizer.de

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