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Regeln zur Arbeitssicherheit – 2. Teil

Wollen Sie bei Dacharbeiten dem Flachdach „auf der sicheren Seite sein“, denken Sie bitte u.a. an folgende wichtige Regeln zur Arbeitssicherheit

( 2. Teil ) :

Anseilschutz
Abweichend von Abschnitt 4.3.2 bis 4.3.3 darf Anseilschutz nur verwendet werden, wenn geeignete Anschlageinrichtungen vorhanden sind und kurzzeitige Dacharbeiten ausgeführt werden, bei denen der Gesamtumfang der Arbeiten nicht mehr als 2-Personentage umfasst,   oder  w e n n

  1. Seitenschutz nach Abschnitt 4.3.2,
  2. Fanggerüste oder Schutznetze nach Abschnitt 4.3.3
  3. Dachfanggerüste oder Schutzwände nach Abschnitt 4.3.4

aus arbeitssicherheitstechnischen Gründen und baulichen Gegebenheiten nicht verwendet werden können.
Dabei hat der fachlich geeignete Vorgesetzte nach Abschnitt 3.3.1 Anschlageinrichtungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass der Anseilschutz auch in der Tat benutzt wird.

Siehe § 12 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift “Bauarbeiten” (BGV C22).

Anschlageinrichtungen können Anschlagpunkte, also sogenannte Festpunkte oder Anschlagkonstruktionen sein, an denen das Verbindungsmittel, z.B. Sicherungsseil, befestigt werden kann und dessen Tragfähigkeit für eine Person entweder nach den technischen Baubestimmungen für eine statische Einzellast von 6 kN oder durch Prüfung – zweimaliger Belastungsversuch in Benutzungsrichtung mit 7,5 kN – bei einer Dauer von 5 Minuten – nachgewiesen ist und vor der Benutzung auf Beschädigung durch Sichtprüfung kontrolliert wurde.

Mögliche Anschlageinrichtungen auf geneigten Dachflächen sind z.B. Sicherheitsdachhaken nach DIN EN 517.

Anschlageinrichtungen auf Dachflächen ≤ 20° Neigung sind z.B. Flachdach-Sicherungspfosten, die entsprechend der Einbauanleitung des Herstellers im Abstand von mindestens 2,50 m von der Absturzkante dauerhaft montiert sind.

Zu den kurzzeitigen Dacharbeiten (nicht mehr als 2-Personentage) zählen z.B.

  1. Dachrinnenreinigung, wenn der Arbeitsplatz auf der Dachfläche liegt,
  2. Einbau und Anschluss von Dachflächenfenstern,
  3. Reparaturen von Mauerabdeckungen und dazugehörigen Blenden,
  4. Reparaturen von Anschlüssen, Kehlen, Dachrinnen oder Dachgauben,
  5. Auswechseln einzelner Dachsteine oder Dachziegel,
  6. Montage von Dachschutzwänden.

Zu den kurzzeitigen Dacharbeiten zählen z.B. nicht die Arbeiten im Ortgang- und Traufbereich bei Neu- und Umdeckungen.

Anseilschutz
Bild 14: Anseilschutz bei Dacharbeiten

4.3.6
 Absperrungen
Abweichend von den Abschnitten 4.3.2 bis 4.3.4 darf auf Seitenschutz, Fanggerüst und Schutznetz nur verzichtet werden, wenn Arbeitsplätze oder Verkehrswege auf Flächen mit weniger als 20° Neigung liegen und in mindestens 2,00 m Abstand von der Absturzkante fest abgesperrt sind.
Siehe § 12 Abs. 5 der Unfallverhütungsvorschrift “Bauarbeiten” (BGV C22).
Absperrungen können z.B. durch Geländer, Ketten oder Seile erstellt werden. Flatterleinen  oder Bänder sind keine Absperrmittel.

4.3.7 
weitere Ausnahmen

4.3.7.1
Auf Seitenschutz, Fanggerüst, Schutznetz oder Anseilschutz darf unter Umständen verzichtet werden bei
Inspektionsarbeiten auf Dachflächen mit einer Neigung ≤ 20°
oder
Inspektionsarbeiten auf Dachflächen mit einer Neigung > 20°, wenn Einrichtungen zur Durchführung von Schornsteinfegerarbeiten nach DIN 18160-5 verwendet werden und diese Arbeiten von fachlich und gesundheitlich geeigneten Versicherten nach Unterweisung durchgeführt werden.

Siehe § 12 Abs. 4 der Unfallverhütungsvorschrift “Bauarbeiten” (BGV C22) ff.
Fachliche und gesundheitliche Eignung ist Voraussetzung , außerdem gilt der Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 41 “Arbeiten mit Absturzgefahr” Die Unterweisung ist objekt- und situationsabhängig durchzuführen.

4.3.7.2
Abweichend von den Abschnitten 4.3.2 bis 4.3.4 darf auf Absturzsicherung ins Gebäudeinnere verzichtet werden, wenn

die mögliche Absturzhöhe nicht mehr als 5,00 m beträgt
u n d
die Arbeiten von fachlich und gesundheitlich geeigneten Versicherten nach Unterweisung durchgeführt werden.

Siehe § 12 Abs. 4 der Unfallverhütungsvorschrift “Bauarbeiten” (BGV C22).

Diese Regelung darf angewendet werden z.B. beim Aufbringen der Unterspannung, Unterdeckung, Dachlattung, Schalung oder beim Verlegen von Dachziegeln und -steinen.

Bei Absturzhöhen von mehr als 5,00 m sind vorzugsweise als Auffangeinrichtungen Schutznetze nach Abschnitt 4.3.3 zu verwenden.

Dies bei u.a. Arbeiten  (6 u. 7)
6 – Inspektionsarbeiten sind Dacharbeiten zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes der Dachfläche
7 – Kurzzeitige Dacharbeiten sind solche, bei denen der Gesamtumfang der Dacharbeiten nicht mehr als 2-Personentage umfasst, siehe auch Abschnitt 4.3.5.

Konnten wir Ihnen mit dieser Zusammenfassung weiterhelfen ?

Um auf der sicheren Seite zu sein, fragen sie einfach bei uns an, es schützt Sie und Ihre Mitarbeiter!

Gerne erwarten wir Ihre Anfrage in Sachen „Arbeitssicherheit auf dem Flachdach“  06532 932-99  oder info@sifatec.de


(Zusammenfassung von P. Simon, Simon GmbH & Co.KG)

 

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